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Freiberufliche Berater läuten die Zukunft der Beratung ein

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Veröffentlicht am:
Mai 19, 2022
Lesezeit:
11 minutes
Lynn
Lynns umfangreiche Erfahrung als Unternehmensberaterin ermöglicht ihr vielfältige Perspektiven auf die Geschäftswelt. Ihre Rolle als Mutter, Ehefrau und Großmutter vertiefen ihre Einsichten weiter.

Manchmal bahnt sich eine Veränderung an, ohne dass wir merken, wie wichtig diese ist. Auch der Online-Beratungsmarktplatz könnte eine solche Veränderung sein.

Neue Technologien haben viele Aspekte unseres Lebens dramatisch verändert. Früher sah man sich Filme im Theater an, las Zeitung, um die neuesten Nachrichten zu erfahren, ging in die Bibliothek, um für ein Projekt zu recherchieren oder kaufte Filmrollen, um Fotos zu machen. Heute ist es schwer, sich ein Leben ohne Handys vorzustellen!

Dasselbe gilt für Finanzdienstleistungen, Reisebüros, Arbeitsvermittler, Taxifahrer, Postdienste und mehr. Keine dieser Branchen ist verschwunden. Jedoch haben sich all diese Branchen erheblich verändert. Wir bestellen jetzt routinemäßig Waren und bezahlen diese online. Wir buchen unsere Flüge, rufen einen Uber oder Lyft an, versenden Briefe per E-Mail und bewerben uns online auf Stellenangebote.

Dies ist also ein guter Zeitpunkt, um genauer zu untersuchen, was in der Beratungsbranche geschieht und welche Auswirkungen Consulting-Plattformen und freiberufliche Berater auf den sogenannten Online-Beratungsmarktplatz haben.

Das Wachstum der Nachfrage nach spezialisierten Beratungsdienstleistungen

Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) des globalen Unternehmensberatungsmarktes zwischen 2014 und 2019 betrug 8,6 % und erreichte einen Wert von fast einer Billion Dollar. Laut Vorhersagen, wird der Markt mit einer CAGR von 10,6 % weiter wachsen und bis 2022 einen Wert von fast 1,5 Billionen Dollar erreichen. Die Auswirkungen von COVID-19 müssen bei diesen Vorhersagen jedoch noch berücksichtigt werden.

Eine interessante Statistik ist jedoch, dass kleine Nischen-Beratungsunternehmen ein Wachstum von fast 18 % verzeichneten – eine deutlich höhere Rate als mittlere und große Firmen. Das liegt daran, dass Unternehmen nach mehr spezialisierten Angeboten und einer intimeren Kunden-Berater-Beziehung suchen. Viele kleinere Unternehmen und Familienunternehmen wenden sich an Berater, für Hilfe in der sich verändernden Geschäftsumgebung, die durch die Digitalisierung entsteht. Diese kleineren Unternehmen arbeiten in einzigartigen Marktnischen und benötigen mehr als das, was eine Standard-Managementberatung bieten kann. Gleichzeitig haben sie kleinere Budgets zur Verfügung und können sich im Allgemeinen die Tarife der größeren Beratungs-Firmen nicht leisten.

Auch größere Unternehmen gehen zu einem spezialisierteren Beratungsansatz über, indem sie Bedürfnisse in spezifischere Nischenbereiche aufteilen. So ziehen sie bei Bedarf z. B. einen Experten für Kundenservice oder digitales Projektmanagement, anstelle von jemandem einer eher generalistischen Beratungsfirma, hinzu. In ähnlicher Weise gibt es auch in der Industrie eine Bewegung hin zur Nischenberatung. Tatsächlich existieren in jeder Branche heutzutage eine Vielzahl von Anforderungen und Nuancen, für deren Bewältigung Berater mit umfassender und spezifischer Erfahrung benötigt werden.

Dies ist eine gute Nachricht für unabhängige oder freiberufliche Berater, da deren Dienste nun vermehrt nachgefragt werden.

"Unsere Kunden gehen mit Talentnetzwerken neue Wege – oft werden Programme um mindestens 50 Prozent beschleunigt und die Produktivität und Kosteneinsparungen erhöht.” – Direktor für Innovation und fortgeschrittene Fertigung, GE

Eine neue Definition für freiberufliche Berater

Freelancer können als selbstständig und nicht langfristig an einen Arbeitgeber gebunden, definiert werden. Wussten Sie, dass das Wort von den "free lances" abgeleitet wurde, die 1820 in Sir Walter Scotts Roman Ivanhoe beschrieben wurden? Es handelte sich dabei um Soldaten, die mit Lanzen bewaffnet waren, keinem bestimmten Lord treu waren und sich an den Meistbietenden vermieteten.

Traditionell assoziieren wir Freiberufler mit kreativen Berufen (Musik, Schreiben, Fotografie, Übersetzen) oder IT-Entwicklung und Webdesign. Freiberufler werden auch oft mit Millennials in Verbindung gebracht, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben anstreben. Außerdem wurden Freelancer in der Vergangenheit oft als weniger qualifiziert stigmatisiert, da sie für Tätigkeiten im unteren Preissegment eingesetzt wurden.

Diese traditionelle Art der Freelancer kann etwas Greifbares bieten – einen Artikel, eine Website, eine Software-Anwendung oder als freiberuflicher Musiker einen Auftritt. Im Allgemeinen wurde diese Art von Freelancer dafür bezahlt, eine Art fertiges Produkt oder eine Dienstleistung bereitzustellen, und nicht dafür, für bestimmte Zeiten zu arbeiten.

Was ist die Realität?

Heute sind Freiberufler zunehmend hoch qualifiziert, erfahren und professionell. Sie sind nicht nur einem Arbeitgeber verpflichtet, sondern wollen die Flexibilität, die mit einer selbständigen Tätigkeit einhergeht. Viele arbeiten von zu Hause aus, andere am Arbeitsplatz eines Kunden für die Dauer des Projekts oder sogar auf langfristiger Basis.

Zu den Freelancern gehören auch Berater, die traditionell Dienstleistungen in den Bereichen Strategie, Beratung, Planung oder Projektmanagement erbringen. Die meisten von ihnen waren zuvor in Beratungsfirmen oder in leitenden Positionen der Wirtschaft tätig. Folglich sind sie qualifiziert und gut ausgebildet, viele von ihnen in speziellen Nischen und Branchen. Mehr und mehr Berater wenden sich freiberuflichen oder unabhängigen Modellen zu und sind unternehmerischer als in der Vergangenheit.

Sie sind wortwörtlich die neuen free lances: Qualifiziert, gut bewaffnet und bereit, ihre Dienste dort anzubieten, wo sie für sich und ihre Kunden den maximalen Ertrag erzielen.

Die Notwendigkeit von Agilität treibt den Wandel in der Beratung

Änderungen in den Anforderungen und Erwartungen der Kunden treiben den Wandel in der Beratungsbranche voran.

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Agilität ist zu einem Schlagwort geworden und heute tatsächlich entscheidend für die Wirtschaft. Marktvolatilität, sich ändernde Vorschriften und transformative Technologien verlangen von Unternehmen konsequente und schnelle Reaktionen. Dazu gehört auch die Notwendigkeit eines schnellen Zugangs zu essenziellen und spezialisierten Mitarbeitern. Anstatt zu versuchen, Mitarbeiter für jede Veränderung zu schulen, umzuqualifizieren oder einzustellen, ist es sinnvoll, zu einem agilen Personalmodell überzugehen. Das bedeutet, dass Unternehmen auf vermehrt auf einen flüssigen und dynamischen Talentpool aus freiberuflichen Beratern zurückzugreifen.

An dieser Stelle ist ein Umdenken erforderlich. Zwar fand eine Entwicklung hin zu einer liquideren Belegschaft mit einer Mischung aus Vollzeit-, Teilzeit- und Vertragsarbeitskräften statt. Jedoch blieb diese etwas reaktiv. Grund war, dass Kunden nach Beratern suchten, die sich mit jedem auftretenden Problem befassen. Folglich wurden sie als kurzfristige, bedarfsgerechte, vorübergehende Beschäftigte betrachtet.

Agile Unternehmen sehen das anders: Freiberufliche Berater werden als Teil des langfristigen strategischen Personalbesetzungsmodells der Organisation einbezogen. Statt des statischen Organigramms ist es Ziel, einen Talentpool aus internen und externen Mitarbeitern zu schaffen, der in der Lage ist, schnell auf neue Prioritäten zu reagieren. Daraus leitet sich der Aufbau und die Nutzung eines Netzwerks aus verschiedenen Talenten ab, das jederzeit für jedes Projekt zur Verfügung steht.

Dieses Modell ermöglicht Praktika von beliebiger Dauer, vor Ort oder aus der Ferne, ergebnis- oder zeitorientiert, je nach Situation. Berater sind keine Außenseiter in Firmen mehr. Im Gegenteil, sie werden zunehmend Teil der flexiblen Talentstrategie der Unternehmen und behalten gleichzeitig ihren unabhängigen Status.

Untersuchungen zeigen, dass 60 % der Unternehmen sich an agile Teams wenden, die sich außerhalb ihrer Büros, Städte und sogar ihrer Länder befinden. Recruiting Manager in großen Unternehmen berichten, dass es immer schwieriger wird, die richtigen Talente zu finden, da die Besetzung kritischer Positionen im Durchschnitt 40 Tage dauert. Dies wird umso problematischer, je mehr sich Technologien wie künstliche Intelligenz und Robotik durchsetzen. Infolgedessen gehen Unternehmen davon aus, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre fast 40 % ihrer Belegschaft aus der Ferne arbeiten wird. Die COVID-19 Pandemie hat diesen Trend zweifellos beschleunigt.

Freiberufliche Beratungsplattformen

Dieser neue agile Ansatz zur Personalbesetzung mag offensichtlich klingen. Viele Unternehmen fragen sich jedoch immer noch, wie kompliziert es wohl ist und wie lange es wohl dauern wird, den richtigen freiberuflichen Berater zu finden und einzustellen. Was wird dieser kosten und wird sich jemand finden, der das Geschäft des Kunden schnell versteht und qualitativ hochwertige Arbeit liefert?

Dies sind alles legitime Bedenken.

Neue Technologie verändert jedoch die Geschäftslandschaft und mit ihr auch die Einstellungslandschaft für Berater. Online-Beratungsplattformen sind zu Anlaufstellen für freiberufliche Berater und Kunden gleichermaßen geworden. Laut Payoneer, dem internationalen Unternehmen für digitale Zahlungen, nutzen bis zu 73 % aller Freiberufler diese Plattformen, um Kunden zu finden. Außerdem werden sie inzwischen von fast einem Drittel der Fortune-500-Unternehmen eingesetzt, darunter Upwork und Fiverr. In einer Umfrage gaben neun von zehn Personalern an, dass sie lieber mit Freiberuflern, als mit Zeitarbeitskräften über eine Personalvermittlungsfirma arbeiten würden. So berichtete ein Unternehmer beispielsweise von einer Kostenersparnis von 52 % und einem sechsmal schnelleren Onboarding-Prozess als beim Managed-Service-Provider-Modell. Der Leiter des Bereichs Innovation und Advanced Manufacturing bei GE sagt außerdem: „Unsere Kunden gehen mit Talentnetzwerken neue Wege – oft werden Programme um mindestens 50 Prozent beschleunigt und die Produktivität und Kosteneinsparungen erhöht."

Da Unternehmen jedoch nach spezialisierteren Dienstleistungen suchen, treten kleinere Nischenplattformen in den Vordergrund, die speziell auf freiberufliche Berater ausgerichtet sind.

Consultport ist ein gutes Beispiel. Hierbei handelt es sich um eine kleinere freiberufliche Beratungsplattform, die sich auf Managementberatung und digitale Expertise konzentriert. Sie stellt eine Verbindung zwischen qualifizierten Fachleuten und Kunden her, indem sie beide Parteien vorab prüft. Dadurch stellt sie sicher, dass die Fähigkeiten der Berater überprüft werden und die Kunden legitimiert sind, sodass beide Parteien Gewissheit haben. Meldet ein Kunde ein Projekt auf der Plattform an, sucht Consultport nach den am besten geeigneten Beratern und legt dem Kunden eine Auswahlliste vor. Daraufhin kann dieser ein Vorstellungsgespräch führen und den besten Kandidaten auswählen. Die Plattform übernimmt die gesamte Administration rund um die Einstellung, Rechnungsstellung, Zahlungen und sogar das Qualitätsmanagement. Und sie stellt ein Netzwerk von Beratern zur Verfügung, also genau das, was eine agile Personalbesetzung erfordert.

Hat die Zukunft der Beratung begonnen?

Es gibt immer noch einen Platz für traditionelle Beratungsfirmen. Die Veränderungen am Arbeitsplatz jedoch, die durch die Technologie und die Notwendigkeit der Agilität angetrieben werden, führen zu einer ganz anderen Art der Nachfrage nach Beratern. Es besteht kein Zweifel, dass Freiberufler die Zukunft der Arbeit sind und auch durchaus die Zukunft der Beratung darstellen könnten.

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