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Wie die Technology Adoption Kurve Ihnen bei der Einführung neuer Technologien hilft

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Veröffentlicht am:
Mai 22, 2022
Lesezeit:
12 minutes
Lynn
Lynns umfangreiche Erfahrung als Unternehmensberaterin ermöglicht ihr vielfältige Perspektiven auf die Geschäftswelt. Ihre Rolle als Mutter, Ehefrau und Großmutter vertiefen ihre Einsichten weiter.

Die Einführung neuer Technologien ging noch nie so schnell.

Die Grundsätze der Technology Adoption Kurve sind zwar dieselben wie in der Vergangenheit, unsere heutige Situation ist jedoch eine andere.

Wenn Sie in der Innovationsberatung tätig sind, kennen Sie die Herausforderungen, die sich selbst bei der Umsetzung der besten Ideen bei Kunden ergeben. Trotzdem ist es, unter Berücksichtigung der heutigen Pandemie hilfreich, noch einmal einen Blick auf diese zu werfen.

Die neue Normalität der Technologieeinführung

Laut einer Studie von McKinsey hat „Covid-19 die Unternehmen über den technologischen Wendepunkt gebracht und deren Geschäft für immer verändert."

Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Management- und Digitalberater und insbesondere auf Innovationsberater.

Die Geschwindigkeit der Einführung ist außerordentlich hoch

Die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen als Reaktion auf die Pandemie Änderungen vorgenommen haben, ist bemerkenswert.

Im Folgenden drei davon, bei welchen die tatsächliche Dauer gegenüber der erwarteten Dauer bis zur Umsetzung angegeben wurde:

Tabelle 1: Zeitaufwand für die Reaktion auf oder die Umsetzung von Änderungen - erwartet vs. tatsächlich

erwartet (Tage) tatsächlich (Tage) Beschleunigungsfaktor
Zunahme der Remote-Arbeit und/oder Zusammenarbeit 454 10,5 43
Zunehmender Einsatz fortschrittlicher Technologien in Unternehmensaktivitäten 672 26,5 25
Zunehmender Einsatz fortschrittlicher Technologien bei der Entscheidungsfindung 636 25,4 25

Die erste Statistik – der zunehmende Einsatz von Heimarbeit – ist ein guter Indikator für Berater, die als Freiberufler arbeiten oder Online-Beratungsplattformen nutzen. Die Chancen, online gefunden und beauftragt zu werden, sind deutlich besser als noch vor einem Jahr.

Der Beschleunigungsfaktor ist bemerkenswert. Die Unternehmen haben Änderungen 43 Mal schneller umgesetzt als erwartet.

Genauso überraschend ist die Einführung neuer Technologien in den Betrieb und die Entscheidungsfindung. Was früher fast zwei Jahre gedauert hat, wird heute in weniger als einem Monat umgesetzt.

Was bedeutet das für die Innovationsberatung?

Die offensichtliche Schlussfolgerung ist, dass wirtschaftliche Zwänge und das Überleben des Unternehmens die Einführung neuer Technologien massiv vorantreiben.

Eine zweite Schlussfolgerung ist, dass die Technologie dem Geschäftsbedarf entsprechen muss. Dies ist der Grund, warum wir die Technologieeinführung für den E-Commerce und die Logistik, sowie die schnelle Umstellung auf Online-Meeting- Tools wie Zoom, Google Meet und Microsoft Teams, beobachten konnten.

Es bleibt abzuwarten, ob die Geschwindigkeit der Einführung im derzeitigen Tempo anhält oder nicht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass wir zu dem alten, langsamen Tempo zurückkehren werden. Berater sollten also die von ihnen verwendeten Methoden überdenken.

Ein gutes Beispiel sind agilen Sprints. Zerlegen Sie das Projekt in kleine Teilaufgaben und liefern Sie alle ein bis zwei Monate ein einsatzfähiges Produkt. Dadurch werden Sie gemeinsam auf das „Endergebnis" hinarbeiten, aber Unternehmen müssen nicht auf dieses ferne Ergebnis warten.

Überdies sollten sich Berater auch der „menschlichen" Seite der Technologieimplementierung stärker bewusst sein. Dazu gehört auch, darauf zu achten, was die Technology Adoption Kurve beschreibt.

„Covid-19 hat Unternehmen über den technologischen Wendepunkt gebracht und das Geschäft für immer verändert.” – Studie von McKinsey, Oktober 2020

Die Technology Adoption Kurve in der Innovationsberatung

Beginnen wir mit einigen Definitionen.

Technology Adoption

Unter Technology Adoption versteht man die Akzeptanz, Integration und Nutzung einer neuen Technologie in einem bestimmten Umfeld.

Für Berater bedeutet dies einen systematischen Ansatz zur Implementierung in einer Organisation oder einem Teil einer Organisation.

Zu den typischen Schritten gehören:

  • Auswahl einer Technologie zur Lösung eines bestimmten Geschäftsproblems.
  • Planung der Umsetzung unter Berücksichtigung von Infrastruktur, Personal und Prozessen.
  • Kommunikation der Änderung.
  • Training, sowohl vor als auch nach dem Start.
  • Test und Einsatz, vorzugsweise mit einer Kontrollgruppe, um die Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität zu prüfen.
  • Ausweitung in dem Unternehmen.
  • Überwachung und Nutzung von Tracking-Tools, um Probleme schnell zu erkennen und zu beheben.

Die Technology Adoption Kurve

Die Technology Adoption Kurve beschreibt die Merkmale der Adopter in jeder Phase der Einführung neuer Technologien. Dies wird auch als die demografischen und psychologischen Merkmale der Adoptierenden bezeichnet.

Die Merkmale wurden erstmals 1962 von Everett Rogers in seinem Buch „Diffusion of Innovations" beschrieben, in welchem er erklärte, wie, warum und in welchem Tempo sich neue Ideen und Technologien verbreiten.

Adopter werden nach ihrer Innovationsfähigkeit charakterisiert, d. h. nach dem Grad, in dem eine Person eine neue Idee übernimmt.

  • Innovatoren
  • Early Adopters
  • Frühe Mehrheit
  • Späte Mehrheit
  • Nachzügler

Ein entscheidendes Element der Innovationsberatung besteht daraus, herauszufinden, wo die wichtigsten Kontaktpersonen in der Technology Adoption Kurve stehen.

Rogers ging jedoch über eine bloße Beschreibung der Adopter hinaus.

Er bot auch die wichtigsten Elemente an, die die Verbreitung einer neuen Idee beeinflussen:

  • Die Innovation selbst.
  • Kommunikationskanäle.
  • Zeit.
  • Ein Gesellschaftssystem.

Wer in der Innovationsberatung tätig ist, sollte beide Listen berücksichtigen. Damit eine Innovation nachhaltig ist, muss es eine kritische Masse an breiter Akzeptanz geben. Dies hängt jedoch davon ab, ob die Einführung neuer Technologien selbst einem echten Geschäftsbedarf entspricht und wirksam kommuniziert wird oder nicht.

Früher brauchte es eine gewisse Zeit, um die Akzeptanz zu erhöhen. Die Pandemie hat gezeigt, dass dies ein Irrtum sein kann und sich Unternehmen je nach Dringlichkeit des Bedarfs ändern werden.

Die Rolle von Adopter-Kategorien in der Technologieinnovation

Werfen wir einen genaueren Blick auf die fünf Adopter-Kategorien und betrachten deren Auswirkungen auf die Innovationsberatung.

Der prozentuale Anteil der Personen in jeder Kategorie gemäß der Glockenkurve von Rogers ist unten dargestellt.

Einführung neuer Technologien, Wie die Technology Adoption Kurve Ihnen bei der Einführung neuer Technologien hilft

Es ist wichtig festzustellen, dass die Menschen, die den technologischen Wandel wahrscheinlich schnell annehmen werden – die Innovatoren und Early Adopters – nur 16 Prozent der zu überzeugenden Personen ausmachen.

Überdies ist es wichtig zu erkennen, dass Menschen eine neue Innovation in ihrem Privatleben akzeptieren können, z. B. ein Upgrade für Smartphones, sich aber gegen die Einführung neuer Technologien am Arbeitsplatz wehren.

1. Innovatoren

Innovatoren (2,5 % der Gruppe) sind die ersten, die neue Innovationen ausprobieren und neigen dazu, das damit verbundene Risiko zu genießen. Außerdem sind Sie bereit, Rückschläge in Kauf zu nehmen, wenn sich neue Ideen als erfolglos erweisen. Sie können Außenseiter sein und außerhalb der üblichen sozialen oder beruflichen Gruppierungen stehen.

2. Early Adopters

Early Adopters (13,5 %) sind stärker in das soziale System integriert und neigen dazu, Meinungsführer in ihrem sozialen oder beruflichen Umfeld zu sein. Die Menschen suchen ihren Rat und Informationen über eine Innovation.

Dies ist eine wichtige Gruppe für Berater und Change Agenten. Demgemäß sollten Sie aktiv nach Early Adoptern suchen, die sie bei der Einführung neuer Technologien unterstützen.

Häufig befinden diese sich in leitenden Positionen der Unternehmenshierarchie oder sind gerade dabei, sich einen Namen zu machen.

3. Frühe Mehrheit

Adopter der frühen Mehrheit (34 %) übernehmen neue Ideen noch vor dem Durchschnittsmitglied. Sie haben in der Regel keine Führungsposition inne, obwohl sie freiwillig folgen. Sie interagieren mit ihren Kollegen und geben so Informationen über Innovationen weiter.

In der Regel handelt es sich dabei um Führungskräfte der mittleren und unteren Ebene, die abwarten, wie sich eine neue Technologie oder ein neues Verfahren bewährt und ob es von den höheren Ebenen angenommen wird.

4. Späte Mehrheit

Mitglieder der späten Mehrheit (34 %) sind eher skeptisch. Ihre Akzeptanz kann nur auf wirtschaftliche Notwendigkeiten oder zunehmenden sozialen Druck zurückzuführen sein. Sie sind vorsichtig, risikoscheu und zögern, eine Neuerung zu übernehmen, bis die meisten in ihrem sozialen System dies getan haben. Selbst wenn sie den Nutzen der Innovation kennen, müssen sie unter starkem Druck Ihres Umfelds stehen, um diese zu übernehmen.

Bei den späten Adopters handelt es sich oft um ältere Mitarbeiter oder solche, die schon lange im Unternehmen sind.

5. Nachzügler

Nachzügler (16 %) sind Traditionalisten und die Letzten, welche eine Innovation annehmen. Sie konzentrieren sich auf die Vergangenheit und wollen, dass Entscheidungen im Einklang mit älteren Generationen getroffen werden. Sie sind Innovatoren und Change Agenten gegenüber ebenso misstrauisch wie gegenüber der Einführung neuer Technologien selbst. Bis sie eine Innovation akzeptieren, ist diese oft schon veraltet und durch etwas Neueres ersetzt.

Außerdem sind sie in der Regel älter und nutzen neue Technologien nur dann, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, ihre Arbeit zu erledigen oder wenn sie dazu gezwungen werden.

Wenn die Verteilungshäufigkeit zutrifft, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass mindestens 50 % Ihrer Zielgruppe sich aktiv gegen die von Ihnen eingeführte Technologie wehren könnte.

An dieser Stelle können Sie eine interessante Theorie zur Kenntnis nehmen, die von Geoffrey Moore in seinem Buch „Crossing the Chasm” aufgeführt ist.

Die Adoptionskluft überwinden

Nach Moore gibt es eine kritische Phase in der Technology Adoption Kurve. In dieser Phase wird die neue Technologie zwar von den Early Adopters genutzt, aber noch nicht von der frühen Mehrheit.

Zwischen diesen Gruppen besteht eine große „Kluft" im Denken. Innovationsprojekte neigen zum Scheitern, wenn sie diese Kluft nicht überbrücken können und die frühe Mehrheit die Ideen nicht aufgreift.

Ihr Hauptansprechpartner oder Projektleiter kann begeistert sein (ein Innovator), genauso wie das obere Managementteam (Early Adopters). Die breite Masse wehrt sich jedoch noch gegen die Einführung neuer Technologien.

Sie möchten keine Innovation, sondern vertrauen in Altbekanntes.

Folglich besteht die Herausforderung für Berater darin, diese frühe Mehrheit zu erreichen. Seien Sie sich als Berater bewusst, dass die Gruppe für nützliche Lösungen offen ist und nach Modeerscheinungen und Hypes Ausschau hält.

Diese Phase der Kurve ist besonders heikel für die Umsetzung von Innovationen, da sie häufig mit dem zusammenfällt, was manche als „Tal der Enttäuschung" bezeichnen:

  • Experimente und Implementierungen halten nicht, was sie versprechen.
  • Das Interesse, selbst von Enthusiasten, beginnt zu schwinden.
  • Berater, Change Agenten und Projektmanager ziehen sich zurück oder versagen.
  • Die Investitionen in das Projekt werden nur dann fortgesetzt, wenn die überlebenden Treiber ihre Produkte zur Zufriedenheit der Early Adopters verbessern.

Ein individueller Ansatz für die Benutzer- und Produktakzeptanz eines neuen Produkts wird sich auszahlen.



Zusammenfassung

Die Technology Adoption Kurve ist ein soziologisches Modell, das die Merkmale der Mitarbeiter beschreibt, die auf die Einführung neuer Technologien reagieren werden.

Das Verständnis dieser definierten Adoptionsgruppen und die Anpassung des Adoptionsprozesses an diese können den Unterschied zwischen erfolgreicher Innovationsberatung und Misserfolg ausmachen.

Die Einführung von Technologien hat sich als Reaktion auf die Covid-Pandemie beschleunigt und Innovationsberater müssen ihre Methoden an diese Geschwindigkeit anpassen.

Das Verständnis dafür, wie Menschen auf die Einführung von Technologien reagieren, ist jedoch nach wie vor eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung.

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