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Die Geschichte der Beratungsbranche: Ein ├ťberblick

Blog Kategorie:
Ver├Âffentlicht am:
Juli 6, 2022
Lesezeit:
6 minutes
consultport-author
Leo
Erfahrener Copywriter, welcher viel Geld f├╝r Restaurants ausgibt, nur um es danach zu bereuen.

Ganz gleich, ob Sie bereits ein Berater sind oder dar├╝ber nachdenken, einer zu werden ÔÇô es lohnt sich, einen ├ťberblick ├╝ber die Geschichte der Branche zu haben.

Der Akt des ÔÇ×Rat-SuchensÔÇť ist Jahrtausende alt. Die Beratungsbranche, wie wir sie heute kennen, ist jedoch eine noch relativ junge Erscheinung.

In folgendem Artikel nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit und er├Ârtern, wie genau die Beratungsbranche entstanden ist. Au├čerdem werfen wir einen Blick darauf, wie sie an Dynamik gewonnen, schwierige Zeiten ├╝berstanden hat und wie sie immer noch Milliarden von Dollar an Einnahmen generiert.

1926: James McKinsey gr├╝ndet die allererste reine Unternehmensberatungsfirma

James McKinsey war ein amerikanischer Buchhalter, der 1919 seinen Abschluss als Wirtschaftspr├╝fer machte und f├╝r den Staat Illinois zu arbeiten begann. Die Beratungsbranche, wie wir sie heute kennen, gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Idee, eine Beratungsfirma zu gr├╝nden, kam ihm, als er f├╝r das U.S. Army Ordnance Department arbeitete und sah, dass die Zulieferer des Milit├Ąrs ineffizient waren. Daraufhin gr├╝ndete McKinsey eine Firma mit dem Namen ÔÇ×Accounting and Management FirmÔÇť, mit welcher er begann, Menschen zu beraten, die Rechnungslegungsgrunds├Ątze f├╝r ein effizientes Management anzuwenden.

Nach James McKinsey bestanden die beiden wichtigsten Pers├Ânlichkeiten der Firma aus den ersten Partnern, Tom Kearney und Marvin Bower. Kearney wurde 1929 eingestellt, w├Ąhrend Bower vier Jahre sp├Ąter, 1933, hinzukam.

Im Jahr 1944 er├Âffnete die Firma ihr drittes B├╝ro in San Francisco. Da es bereits weitere B├╝ros in New York und Chicago gab, beschlossen die F├╝hrungskr├Ąfte, ein einziges Unternehmen mit gemeinsamen Werten und Aufgaben zu gr├╝nden, anstatt unterschiedliche Namen f├╝r B├╝ros in verschiedenen Regionen zu haben.

1959 er├Âffnete McKinsey sein erstes B├╝ro au├čerhalb der Vereinigten Staaten und zwar in London. Daraufhin dehnte das Unternehmen sein Imperium kontinuierlich auf weitere Kontinente und L├Ąnder aus und lieferte einem breiten Spektrum von Kunden hervorragende Ergebnisse.

Das wirklich Besondere, das McKinsey der Welt jedoch geschenkt hat, war die Idee der Unternehmensberatung als legitimer Vollzeitberuf.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  1. McKinsey & Company, ein Unternehmen, welches 1926 von einem amerikanischen Wirtschaftspr├╝fer gegr├╝ndet wurde, war die erste reine Unternehmensberatungsfirma.
  2. Bruce Henderson gr├╝ndete 1963 die Boston Consulting Group (BCG). BCG war eines der ersten Unternehmen, das Content-Marketing zur Selbstvermarktung nutzte.
  3. Bill Bain, der bei BCG angestellt war und potenzieller Nachfolger von Bruce Henderson h├Ątte werden k├Ânnen, k├╝ndigte bei BCG und gr├╝ndete seine eigene Firma Bain & Company.
  4. Neben MBB haben auch die vier gro├čen Wirtschaftspr├╝fungsunternehmen Deloitte, KPMG, PwC und Ernst & Young, die Geschichte der Unternehmensberatung ma├čgeblich gepr├Ągt.
  5. Im Gegensatz zu MBB gab es bei den Big Four mehrere Vorg├Ąngerfirmen. Au├čerdem durchlief jede dieser Firmen mehrere Fusionen mit anderen Firmen, um zu dem zu werden, was sie heute sind.

1963: Bruce Henderson gr├╝ndet die Boston Consulting Group (BCG)

F├╝r einige Jahrzehnte lang, hatte McKinsey eine Monopolstellung in der Beratungsbranche inne. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass der Markt die Idee, Berater f├╝r ihren Rat zu bezahlen, angenommen hatte. Ein steigender Wettbewerb war als Folge unvermeidlich und es war Bruce Henderson, der die Gelegenheit ergriff.

Zun├Ąchst wurde das Unternehmen ÔÇ×Management and Consulting Division" genannt, da es als Beratungstochter der ÔÇ×The Boston Safe Deposit and Trust Company" gedacht war.

Innerhalb eines Jahres vermarktete Henderson BCG mit einer Taktik, die heute von den meisten Unternehmen verwendet wird: Content-Marketing. Er begann mit der Ver├Âffentlichung einer Reihe von provokanten Aufs├Ątzen ├╝ber Strategie, welche als ÔÇ×PerspectivesÔÇŁ bekannt wurden.

Die Ideen, die Henderson und seine Kollegen ver├Âffentlichten, waren so bahnbrechend, dass Unternehmen sie bis heute nutzen. Die Growth-Share-Matrix von BCG beispielsweise, ist ein Instrument, das die Produkte eines Unternehmens in vier Kategorien einteilt: Cash Cows, Stars, Question Marks und Dogs. BCG differenzierte sich immer wieder durch die Ver├Âffentlichung ├Ąhnlich innovativer Strategien. In den 1980er Jahren wurde die Reihe der Perspectives-Aufs├Ątze um einen weiteren erweitert: ÔÇ×Time-based competitionÔÇŁ. Der Aufsatz er├Ârtert, wie Unternehmen durch effizientes Zeitmanagement einen Wettbewerbsvorteil erzielen k├Ânnen.

Auf diese Weise war BCG eines der ersten Unternehmen ÔÇô nicht nur in der Beratungsbranche, sondern in jeder Branche, welches Content-Marketing einsetzte, um seinen Kunden einen Mehrwert zu bieten und sich als Autorit├Ąt zu positionieren.

1973: Bill Bain tritt von BCG zur├╝ck und gr├╝ndet seine eigene Firma - Bain & Company

Bruce Henderson, der Gr├╝nder von BCG, bot Bill Bain 1967 eine Stelle in seiner Firma f├╝r ein Jahresgehalt von 17.000 Dollar. Folglich war es offensichtlich, dass Bain die BCG nach Henderson ├╝bernehmen w├╝rde. Doch Bain tat etwas, das die Geschichte der Beratungsbranche ver├Ąndern w├╝rde ÔÇô Statt Hendersons Nachfolger zu werden, k├╝ndigte Bain und gr├╝ndete seine eigene Beratungsfirma, Bain & Company.

Der Begriff MBB, zu dem McKinsey & Co., BCG und Bain & Co. geh├Âren, w├╝rde heute nicht existieren, w├Ąre Bain damals bei Henderson geblieben. H├Ątte Bain nicht gek├╝ndigt, w├╝rden wir heute vielleicht den Begriff ÔÇ×Big Two" anstatt ÔÇ×Big Three" verwenden. Tats├Ąchlich nahm Bain sogar sechs BCG-Mitarbeiter in sein neues Unternehmen mit.

Allerdings sollte erw├Ąhnt werden, dass nicht immer alles rosig lief, f├╝r das milliardenschwere Unternehmen. In den sp├Ąten 80er Jahren sah sich Bain mit ernsthaften finanziellen Problemen konfrontiert, die zu massiven Entlassungen, einem R├╝ckgang der Kundenausgaben f├╝r das Unternehmen, sowie einer schwierigen Beziehung zu den Partnern des Unternehmens f├╝hrten.

Trotzdem gelang es der Firma, durch die Einstellung einiger neuer intelligenter K├Âpfe ├╝ber Wasser zu bleiben. So wurde zum Beispiel Mitt Romney, heute ein amerikanischer Politiker, 1991 eingestellt. Dieser strukturierte das Unternehmen um, verhandelte Schulden neu und brachte mehr Transparenz in das Unternehmen. Als Folge kam Bain & Co im Jahr 1998 wieder auf die Beine und erwirtschaftete einen Umsatz von satten 220 Millionen Dollar.

Ab 1980: Nach mehreren Fusionen entstehen KPMG, PwC und Ernst & Young

Deloitte, KPMG, PwC und Ernst & Young geh├Âren zu den Big Four. Obwohl diese Firmen eher in der Buchhaltung, als in der Unternehmensberatung t├Ątig sind, pr├Ągten auch sie die Beratungsbranche ma├čgeblich.

Die Vorg├Ąnger von Deloitte bestehen seit mehr als einem Jahrhundert und das Unternehmen erreichte durch Fusionen mit mehreren anderen Unternehmen sein heutiges Niveau. Der Rest der Big Four kann eine ├Ąhnliche Geschichte vorweisen.

KPMG, wie wir es heute kennen, wurde 1987 nach einer gro├čen Fusion mit drei anderen Vorg├Ąngerunternehmen gegr├╝ndet. Diese sind unter dem Namen KMG bekannt und schlie├čen Klynveld Kraayenhof & Co, McLintock Main LaFrentz, sowie die Deutsche Treuhandgesellschaft mit ein. Der Wirtschaftspr├╝fungsriese erwirtschaftete im Jahr 2021 einen Umsatz von ├╝ber 32 Milliarden Dollar und besch├Ąftigt derzeit mehr als 230.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt.

PwC fusionierte, wie andere gro├če Firmen auch, mit Vorg├Ąngerunternehmen und entwickelte sich so zu einem globalen Ph├Ąnomen. Coopers & Lybrand und Price Waterhouse, zwei in London gegr├╝ndete Wirtschaftspr├╝fungsunternehmen, schlossen sich 1998 zu PricewaterhouseCoopers zusammen, dessen Abk├╝rzung PwC lautet. Die Firma betreibt drei Hauptbereiche von Dienstleistungen: Wirtschaftspr├╝fung, Beratung und Steuern. Der gr├Â├čte Teil des milliardenschweren Umsatzes stammt aus der Wirtschaftspr├╝fung, der kleinste aus dem Steuerbereich.

Ernst & Young wurde, wie fast alle anderen milliardenschweren Beratungsunternehmen, nach Fusionen mit mehreren Vorg├Ąngern gegr├╝ndet. Der ├Ąlteste Vorg├Ąnger von EY ist Harding & Pullein, ein Unternehmen, das 1849 gegr├╝ndet wurde. Aus der Fusion von Ernst & Whinney mit Arthur Young & Co. im Jahr 1989, ging das heutige Ernst & Young hervor. Im Gegensatz zu PwC bietet EY Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensberatung und -strategie sowie rechnungslegungsbezogene Dienstleistungen, wie Wirtschaftspr├╝fung und Steuern an.



Fazit

Es ist offensichtlich, dass es zwischen allen Beratungsunternehmen einen gemeinsamen Nenner gibt ÔÇô einen aktiven Unternehmer, der die Initiative ergreift. Ein weiteres gemeinsames Muster, welches jedoch nur bei den Big Four zu finden ist, sind Fusionen mit anderen Unternehmen, die ├Ąhnliche Dienstleistungen anbieten. Verpasst man es, sich mit Unternehmen zusammenzuschlie├čen, welche Dienstleistungen in derselben Nische anbieten, werden diese zu Konkurrenten. Das Sprichwort ÔÇ×Gemeinsam stehen wir, geteilt fallen wir" trifft auf dieses Szenario perfekt zu. Hoffentlich hat dieser kurze ├ťberblick, ├╝ber die Geschichte der Beratungsbranche, sie motiviert, selbst in der Branche t├Ątig zu werden. Viel Erfolg dabei!