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Wie Sie als Berater das „Imposter-Syndrom" überwinden

Blog Kategorie:
Veröffentlicht am:
Januar 11, 2022
Lesezeit:
10 minutes
Leo
Erfahrener Copywriter, welcher viel Geld für Restaurants ausgibt, nur um es danach zu bereuen.

Haben Sie manchmal das Gefühl, den Posten, den Sie besetzen, nicht verdient zu haben?

Oder, dass Ihr Gehalt im Verhältnis zu Ihren Fähigkeiten zu hoch ist und Sie Ihren Arbeitgeber irgendwie ausnutzen?

Besonders Berater haben oft das Gefühl, nicht qualifiziert genug zu sein, um etablierten CEOs mit viel Erfahrung, Empfehlungen zu erteilen.

Diese Situationen könnten Anzeichen des sogenannten “Imposter-Syndroms” sein.

Laut Psychology Today ist das Imposter-Syndrom ein Verhaltensmuster, bei dem Menschen an ihren Leistungen zweifeln und eine anhaltende, oft verinnerlichte Angst haben, als Betrüger entlarvt zu werden.

Was aber meint das Imposter-Syndrom im Beratungskontext?

Ein Berater, welcher am Imposter-Syndrom leidet, hat das Gefühl, seine Problemlösung und Kreativität seien wertlos und Kunden oder Vorgesetzte könnten ihn eines Tages kritisieren.

Dieses Verhalten ist, vor allem bei Beratern, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, weit verbreitet.

Im folgenden Artikel werden wir Sie mit Ratschlägen ausstatten, welche sich bei der Überwindung des Imposter-Syndroms als hilfreich erweisen können und Sie Ihren wahren Wert erkennen lassen.

Seien Sie sich jedoch darüber im Klaren, dass dieser Artikel nur für Bildungszwecke gedacht ist und nicht als medizinischer Rat verstanden werden sollte. Falls Sie unter psychischen Problemen leiden, sollten Sie immer eine zugelassene Fachkraft aufsuchen.

Wie das Imposter-Syndrom im Kopf eines Beraters beginnt

Bevor Möglichkeiten zur Überwindung des Imposter-Syndroms erörtert werden, ist es wichtig, die Ursache des Problems zu verstehen. Das Imposter-Syndrom ist ein komplexes Thema und kann mit tieferen psychologischen Problemen zusammenhängen. Im Folgenden einige mögliche Gründe, weshalb junge Berater mit diesem Phänomen konfrontiert werden.

1. Ein plötzlich hohes Gehalt

Sie haben, um Geld zu sparen, für Ihr ganzes Studium in einer Wohngemeinschaft gelebt und, zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts, ständig Teilzeit- und Nebenjobs ausgeübt. Nach Ihrem Abschluss haben Sie hart gearbeitet, um den Bewerbungsprozess zu bestehen und nun arbeiten Sie in einer großen Beratungsfirma mit einem Jahresgehalt von 80.000 Euro. Diese ungewohnte Menge an Geld kann eine der Hauptursachen für das Imposter-Syndrom sein. Eine Karriere in der Unternehmensberatung bietet ein lukratives Gehalt, anfangs jedoch kann das viele Geld zu viel für Sie sein und viele verspüren das Gefühl diesen Betrag nicht verdient zu haben.

2. Mit wahnsinnig intelligenten Menschen zusammenzuarbeiten

In der Beratung arbeiten meist nur sehr intelligente Menschen. Sie werden zunächst also auf Experten treffen, welche mehr Beratungskonzepte kennen als Sie, an mehr Projekten gearbeitet haben und eine bessere Verbindung zu Kunden und Seniorpartnern haben. Auch Sie werden dieses Niveau erreichen, wenn Sie nur lange genug in der Unternehmensberatung bleiben. Trotzdem kann das Imposter-Syndrom sie anfangs zurückhalten.

3.Bisherige Erfahrungen

Ereignisse Ihrer Kindheit prägen Sie ein Leben lang. Laut der amerikanischen Psychologin Dr. Nicole LePera steht ein „Nicht-gehört-werden" in der Kindheit, im Zusammenhang mit psychischen Problemen im Erwachsenenalter. Ihre Aufgabe als Berater ist es, Empfehlungen zu erteilen. Aber wenn, die Ihnen nahestehenden Menschen, sich nie für Ihre Meinung interessierten, werden Sie sich wahrscheinlich unwohl fühlen, einem Fortune 500 CEO Ratschläge zu geben.

4. Perfektionismus

Perfektionisten sind erst zufrieden, wenn alles genau Ihren Wünschen entspricht. Sie setzen sich hohe Ziele, welche Ihnen, falls Sie sie verfehlen, das Gefühl geben, ihren Rang nicht verdient zu haben. Dies führt zu Selbstzweifeln und dem Gefühl zu versagen.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  • Das Imposter-Syndrom meint ein psychologisches Phänomen, bei welchem Menschen an ihrem Wert zweifeln und sich fälschlicherweise für Betrüger halten
  • Besonders junge Berater können mit dem Imposter-Syndrom konfrontiert werden, wenn sie direkt nach ihrem Abschluss ein hohes Gehalt erhalten und das Gefühl haben, dieses nicht verdient zu haben.
  • Frühere Erfahrungen, die Tendenz zu Perfektionismus, sowie die Arbeit mit sehr erfolgreichen Beratern, können ebenfalls Gründe für dieses Phänomen sein
  • Zur Bekämpfung des Imposter-Syndroms sollten Sie Ihre Denkmuster ändern, sich selbst positiv bestätigen und jegliche einschränkenden Ansichten hinter sich lassen.
  • Falls das Imposter-Syndrom Sie behindert und genannte Tipps nicht wirken, ist es in Ordnung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und den tieferen, inneren Grund des Problems herauszufinden.

Wie man als Berater das Imposter-Syndrom überwindet

Sie kennen nun einige möglichen Gründe für das Imposter-Syndrom. Im Folgenden werden wir Tipps erörtern, welche zur Überwindung des Symptoms beitragen und Ihnen dabei helfen zu einem erfolgreichen, selbstbewussten Berater zu werden.

Tipp #1: Ein hohes Gehalt anerkennen

Der erste Ratschlag zur Überwindung des Imposter-Syndroms besteht darin, die Tatsache zu akzeptieren, dass Ihr hohes Gehalt berechtigt ist. Als Berater sind Sie für die Entwicklung von Lösungen zuständig welche den Kunden helfen können, Hunderttausende oder sogar Millionen von Euro zu sparen. Seien Sie sich also bewusst, dass Ihr Gehalt in der Tat verdient ist.

Tipp #2: Seien Sie geduldig

Es ist verständlich, dass Sie als junger Hochschulabsolvent in einem großen Beratungsunternehmen hungrig und ehrgeizig sind und es kaum erwarten können, Ihr Talent zu beweisen. Wenn Dinge jedoch nicht sofort nach Vorstellung laufen, bekommen Sie vielleicht das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Das ist nicht der Fall! Beziehungen aufzubauen und die Aufgaben eines Beraters zu verstehen benötigt Zeit. Haben Sie also Geduld. Am Ende wird alles gut gehen!

Tipp #3: Verinnerlichen Sie diese Selbstbestätigung: „Ich bin ein kompetenter Berater, der in der Beratungsbranche sehr erfolgreich sein wird.”

Sich immer wieder seine eigene Intelligenz vor Augen zu führen ist sehr wichtig. Diese Selbstbestätigung wirkt an schlechten Tagen, an denen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten anzweifeln, aufbauend.

Tipp #4: Konzentrieren Sie sich darauf, Ihr Bestes zu geben, nicht darauf, perfekt zu sein

Es ist wichtiger, sein Bestmögliches zu geben, anstatt an ein und derselben Aufgabe zu arbeiten, bis sie perfekt ist. Der Begriff „perfekt" ist subjektiv. Was für Sie unvollkommen ist, kann für den Kunden perfekt erscheinen. Geben Sie also Ihr Bestes, der Rest wird von selbst kommen.

Tipp #5: Denken Sie daran, dass Berater zu sein nicht einfach ist

Einstein und Newton müssen gedacht haben, Physik sei die einfachste Sache der Welt. Nun, das war sie auch... für sie. Normalen Menschen verursachen ihre langwierigen Berechnungen und komplexen Theorien Kopfschmerzen. Das Gleiche gilt in der Beratung. Eine große Menge an Daten zu sammeln, sie zu analysieren und mit der ursprünglichen Hypothese zu vergleichen, ist kein Spaziergang. Sind Sie in der Lage, beratungs-bezogene Aufgaben zu erfüllen, dann macht Sie das zum Berater! Ein Heuchler wäre nicht in der Lage, das zu leisten, was Sie tun!

Tipp #6: Suchen Sie professionelle Hilfe, falls dieses Problem zu einem großen Hindernis werden sollte

Sind Sie auf Ihrem Karriereweg in der Unternehmensberatung mit einem schweren Imposter-Syndrom konfrontiert, sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie jederzeit einen qualifizierten Therapeuten aufsuchen können. Hinter Ihrem Imposter-Syndrom können einige grundlegende Probleme stecken, welche nur durch ein Gespräch mit einem Spezialisten gelöst werden können.

Tipp #7: Wissen, wessen Meinung wirklich zählt

„Niemand ist ein Prophet im eigenen Land". Zweifeln Sie als Berater an Ihrem eigenen Wert, sollte dieses Zitat sehr relevant für Sie sein. Im Grunde meint es, dass man Menschen, die man kennt, oft als selbstverständlich ansieht. Sie mögen ein erstklassiger Berater sein, der einige der profitabelsten Unternehmen berät, die Menschen jedoch, die Sie als Kind, Student oder Nachbar erlebt haben, werden diese Seite an Ihnen nicht sehen. Für sie sind Sie nur „Tim, der schüchterne Junge von nebenan" oder „Sarah, meine ehemalige Schülerin, die in der Schule immer zu spät kam". Diese Menschen werden wahrscheinlich nicht glauben, wie weit Sie gekommen sind und können durch ihre Meinung ihr Selbstbild beeinflussen. Es ist also besser, sich auf die Meinungen Ihrer Kollegen, Vorgesetzten und Kunden zu konzentrieren, jene Menschen, welche für Ihre Berater-Karriere wirklich von Bedeutung sind.

Tipp #8: Verbannen Sie Negativität aus Ihrem Leben

Das Imposter-Syndrom führt zu negativen Gedanken. Wenn Sie diese negative Einstellung verstärken, beispielsweise durch das Konsumieren schlechter Nachrichten oder durch den Umgang mit toxischen Menschen, kann sich Ihr Imposter-Syndrom noch verschlimmern. Aus diesem Grund ist es wichtig, Ihre Gedanken zu kontrollieren und Negatives so schnell wie möglich zu identifizieren. Bemerken Sie, dass Sie sich wieder von negativen Gedanken einnehmen lassen, versuchen Sie diese aktiv zu verdrängen und aktiv positiv zu denken.

Imposter-Syndrom, Wie Sie als Berater das „Imposter-Syndrom“ überwinden

Fazit

Als Berater werden Sie lernen, Probleme zu lösen und Ihren Kunden langfristige Lösungen anzubieten. Dies bedeutet auch, dass Sie viel besser in der Lage sein werden, Ihre persönlichen Probleme zu lösen, als jemand, der mit Problemlösung keine Erfahrung hat. Das Imposter-Syndrom mag ein Hindernis sein, aber Sie sind ein Berater! Seien Sie also positiv, lösen Sie dieses Problem und Sie werden eine hervorragende Karriere vor sich haben!

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