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Sie möchten einer Boutique-Beratungsfirma beitreten?

Blog Kategorie:
Veröffentlicht am:
Mai 22, 2022
Lesezeit:
10 minutes
Leo
Erfahrener Copywriter, welcher viel Geld für Restaurants ausgibt, nur um es danach zu bereuen.

Fällt es Ihnen schwer, bei McKinsey, BCG, Bain & Co. oder anderen Spitzenfirmen angenommen zu werden? Oder vielleicht sind Sie sich auch einfach nicht sicher, ob Sie überhaupt mit großen Firmen zusammenarbeiten möchten? Vielleicht passt die Arbeit in einem kleinen Unternehmen ja besser zu Ihnen?

Jahrzehntelanger Erfolg und ein starker Kundenstamm haben MBB- und Big-4-Firmen zu den begehrtesten Unternehmen für angehende Berater gemacht. Viele ehrgeizige und fleißige Kandidaten versuchen jedes Jahr ihr Glück. Trotzdem gelingt es nur einer Handvoll, tatsächlich angenommen zu werden. Dabei vergessen viele Kandidaten, dass sie auch die Chance haben, in einer Boutique-Beratungsfirma erfolgreich zu sein. Auch wenn diese Firmen klein sind, gibt es bei Ihnen viel Karriere-Potenzial.

In folgendem Artikel erfahren Sie, was Sie über die Karriere in einer Boutique-Beratungsfirma wissen sollten, sodass Sie in der Lage sind, eine fundierte Karriereentscheidung zu treffen.

Was genau ist eine Boutique-Beratungsfirma?

Boutique (Substantiv): „Ein kleiner Laden oder ein besonders kleines Modegeschäft, in dem modische Artikel, Kleidungsstücke o. Ä. angeboten werden.” Das ist die Definition des Dudens für das Wort Boutique.

In einem Beratungskontext bezieht sich eine Boutique-Beratungsfirma jedoch auf ein Unternehmen, das klein ist und seinen Kunden eine begrenzte Anzahl von Nischendiensten anbietet. Es gibt keine bestimmte Definition eines Boutique-Beratungsunternehmens als solches. Trotzdem gibt es bestimmte Merkmale, an denen Sie erkennen können, ob es sich um ein Boutique-Unternehmen handelt oder nicht.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  • Eine Boutique-Beratungsfirma hat eine geringere Anzahl von Niederlassungen, stellt eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern ein und bietet in der Regel nur Dienstleistungen in ein bis drei Nischen an.
  • Auch wenn sie im Vergleich zu MBB und den Big 4 kleiner sind, bieten sie ihren Mitarbeitern fast das gleiche Gehalt.
  • Boutique-Firmen stehen möglicherweise unter dem Druck, mehr Projekte abzuschließen und neue Kunden zu finden, was auch Auswirkungen auf Sie als Berater hat.
  • Der berufliche Aufstieg in Boutique-Firmen kann schneller erfolgen, da es keine strenge Hierarchie gibt und der Wettbewerb geringer ist.
  • Wenn Sie als Berater für eine Boutique-Beratungsfirma arbeiten, können Sie sich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren. Dieses Fachwissen kann für Ihr künftiges Wachstum von Vorteil sein.
  • Die Ausstiegsmöglichkeiten sind in Boutique-Firmen nicht so aufregend wie in großen Firmen mit etablierten Marken.

Kleinere Büros und begrenzte Niederlassungen: Eine Boutique-Beratungsfirma hat vielleicht nur ein kleines Büro, dafür aber manchmal sogar zehn bis fünfzehn Niederlassungen in verschiedenen Städten oder Ländern. Aber was macht ein Unternehmen mit fünfzehn Niederlassungen weltweit klein? Die MBB oder Big 4 verfügen über Tausende von Niederlassungen und prunkvollen Büros in Hochhäusern auf der ganzen Welt. Im Vergleich dazu, kann man Boutique-Beratungsunternehmen durchaus als klein bezeichnen.

Dienstleistungen in einem engen Bereich von Nischen: Während Top-Tier-Beratungsunternehmen, die die Mehrheit des Marktanteils besitzen, Dienstleistungen in einer Vielzahl von Nischen anbieten können – von der Strategieberatung bis hin zur digitalen Transformation und allem, was dazwischen liegt -, können sich kleine Beratungsunternehmen dies nicht leisten. Diese Firmen müssen sich aufgrund kleinerer Budgets und eines bescheidenen Kundenkreises auf eng begrenzte Nischen beschränken, zum Beispiel auf die Vermögensverwaltung oder die Risikoberatung.

Kleinere Teams: Auch hier bedeutet „klein“ nicht unbedingt, dass diese Firmen nur 1–10 Mitarbeiter haben. Die besten Boutique-Beratungsfirmen können bis zu zweihundert Mitarbeiter beschäftigen, was im Vergleich zu den großen Beratungsfirmen, die vielleicht Hunderte von Mitarbeitern in nur einem ihrer vielen Gebäude beschäftigen, immer noch sehr klein ist. Darüber hinaus ist die Unternehmenskultur in kleineren Beratungsunternehmen oft zwangloser und es gibt keine strenge Hierarchie, wie sie in MBB oder den Big 4 vorherrscht.

Sechs Dinge, die Sie beachten sollten, bevor Sie sich einer Boutique-Beratungsfirma anschließen

Ob eine Boutique-Beratungsfirma das Richtige für Sie ist oder nicht, hängt letztlich davon ab, was Sie von Ihrer Karriere erwarten. Wir können Ihnen die Entscheidung jedoch ein wenig erleichtern, indem wir einige Punkte erörtern, die Sie vor der Vertragsunterzeichnung beachten sollten:

Boutique-Beratungsfirma, Sie möchten einer Boutique-Beratungsfirma beitreten?

1. Finanzieller Ausgleich

Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass Boutique-Firmen es sich nicht leisten können, Löhne auf dem Level großer Beratungsfirmen zu zahlen. Tatsächlich gibt es verschiedene Arten von Beratungsunternehmen, von welchen viele mehr oder genauso viel, wie die großen Unternehmen zahlen. Wenn es also um das Gehalt geht, können Sie in einer Junior-Position in diesen Firmen immer noch 80 000 bis 100 000 Dollar verdienen.

Trotzdem gibt es einen Haken: In der Regel sind kleinere Unternehmen nicht darauf vorbereitet, einen größeren finanziellen Umbruch auf dem Markt zu bewältigen. Daher werden in einem solchen Fall möglicherweise harte Maßnahmen ergriffen, um das Unternehmen finanziell zu entlasten. Dies kann sich bei einer Boutique-Beratungsfirma schneller negativ auf Ihren Job auswirken.

2. Innovation

In großen Beratungsunternehmen herrschen starre Strukturen und robuste Prozesse, die sie seit dem Ende des letzten Jahrhunderts im Geschäft halten. Eine solche, eher veraltete Arbeitsweise, kann oft zur Einschränkung von Innovation führen. Kleinere Unternehmen hingegen haben mehr Freiheit, kreativ zu sein und bahnbrechende Lösungen zu entwickeln. Wenn Sie also ein kreativer Denker sind und eine unternehmerische Denkweise haben, werden Sie es lieben, diese Qualitäten in einer Boutique-Beratungsfirma einzubringen. Da es hier keine strenge Hierarchie gibt, wird es Ihnen außerdem leichter fallen, innovative Lösungen vorzuschlagen und umzusetzen.

3. Beruflicher Aufstieg

In großen Beratungsunternehmen kann es sein, dass Sie oft jahrelang warten müssen, bis Sie endlich in eine höhere Position befördert werden. Im Gegensatz dazu können Ihnen Boutique-Beratungsfirmen schon früh in Ihrer Karriere mehr Verantwortung übertragen, vorausgesetzt, Sie sind qualifiziert und motiviert genug, diese zu übernehmen. Da die Teams kleiner sind, werden Sie wahrscheinlich täglich direkt mit Kunden und erfahreneren Beratern zusammenarbeiten.

4. Spezialisierung vs. Generalisierung

Da Boutique-Consulting-Firmen Dienstleistungen in begrenzten Bereichen anbieten, haben Sie die Möglichkeit, in einem Bereich wirklich gut zu werden. Das kann oft besser sein, als ein Generalist zu sein. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie bei großen Beratungsunternehmen nichts lernen können. Größere Beratungsunternehmen bieten in der Regel ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Auch wenn Sie in diesen Firmen wahrscheinlich kein bestimmtes Fachgebiet beherrschen werden, werden Sie doch viel über die verschiedenen Beratungsspezialitäten lernen.

Daraufhin haben Sie immer noch die Möglichkeit, den Bereich zu wählen, der Ihnen am meisten zusagt. Wenn Sie zum Beispiel herausfinden, dass Betriebsmanagement Ihre Stärke ist, können Sie später in Ihrer Karriere freiberufliche Dienstleistungen in dieser Nische anbieten. Kurz gesagt: Egal, ob Sie in einer Boutique-Firma oder einem MBB arbeiten, Sie werden viele praktische Fähigkeiten und Erfahrungen mitnehmen.

5. Work-Life-Balance

Die Annahme, dass die Arbeit in einer Boutique-Beratungsfirma viel Freizeit und flexible Arbeitszeiten bedeutet, ist leider falsch. Tatsächlich müssen Sie in jeder Beratungsfirma, unabhängig von deren Größe, das gleiche Arbeitspensum leisten. Manchmal stehen Boutique-Firmen sogar noch mehr unter dem Druck, bestehende Kunden zu halten oder den Projektumfang zu erhöhen, um weiterarbeiten zu können, als große Firmen.

Aus diesem Grund, wird von Ihnen als Berater des Öfteren erwartet, dass Sie die Extrameile gehen. Jede Boutique-Firma ist jedoch anders und sicher gibt es auch solche mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance und einer positiven Arbeitsplatzkultur.

6. Ausstiegsmöglichkeiten

Dies ist vielleicht der größte Nachteil der Arbeit mit einer Boutique-Beratungsfirma. Nachdem Sie schon nur vier bis fünf Jahre bei McKinsey oder BCG gearbeitet haben, erhalten Sie z. B. mit dem Titel „Ex-McKinsey” sofort Respekt von Kunden und Beratern. Eine Boutique-Beratungsfirma dagegen besitzt meist keinen so großen Markennamen und muss sich eine eigene Marke erst aufbauen. Folglich lässt sich sagen, dass die Ausstiegsmöglichkeiten für Berater großer Firmen deutlich besser sind, als für diejenigen, die „nur“ für Boutique-Beratungsunternehmen gearbeitet haben.

Fazit

Hoffentlich helfen diese Punkte Ihnen bei der Entscheidung, sich einer Boutique-Beratungsfirma anzuschließen oder doch den Versuch bei MBB oder anderen Top-Firmen zu starten. Vergessen Sie nicht, dass Sie mit der richtigen Motivation und Ausbildung auch in einer Boutique-Beratungsfirma eine sehr erfolgreiche Beraterkarriere haben können. Überdies ist es auch nach der Arbeit in einem kleineren Unternehmen noch möglich, für ein großes Beratungsunternehmen zu arbeiten. Dennoch müssen Sie bedenken, dass Sie in diesem Fall möglicherweise eine Stelle auf demselben oder einem niedrigeren Niveau erhalten werden. Viel Glück bei der Entscheidungsfindung!

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